Nachdem dreizehn° die Spargel-liebt-Silvaner-Aktion von Culinarium Bavaricum unterstützt, haben wir natürlich auch ein paar Silvaner probiert (und tun es immer noch). Knallhart repräsentativ ist die Auswahl nicht, denn unter den Kostproben sind auch ein paar 2010er Weine. Die Weindetails und Wertungen sind natürlich auch auf dreizehn° einzusehen.

Die Lichtbrechung im Glas verkleinert meine Nase: Danke Kay!
Die Lichtbrechung im Glas verkleinert meine Nase: Danke Kay!

Von der größten Winzergenossenschaft in Franken, der Winzergemeinschaft GWF, habe ich zwei Weine probiert, die meist im Lebensmitteleinzelhandel zu finden sind, in München z. B. bei REWE oder EDEKA. Der 2011 Silvaner Qualitätswein trocken „Weingalerie“ Winzergemeinschaft GWF fällt in der Nase nicht besonders auf. Die Sortentypizität tritt hinter frisch-zitrische Noten zurück, die Säure mild bis spürbar, am Gaumen schlank und frisch. Insgesamt ein guter Alltagswein, wenn man den Preis von etwa vier Euro in Rechnung stellt und keine zu hohen Ansprüche an die Typizität stellt.

Der zweite Wein ein 2011 Silvaner Kabinett trocken ” Franken Prädikatswein” Winzergemeinschaft GWF glänzt zwar in der Nase mit etwas mehr silvanertypischer Aromatik wirkt aber Gaumen etwas hohl, fand ich nur befriedigend, obwohl er mit fünf Euro etwas teurer war.

Bei Jacques` Weindepot zum Standardsortiment gehört der 2011 Silvaner Qualitätswein trocken „Edition“ vom Juliusspital (ca. 7,60 Euro). Das Weingut ist auf dem Rückenetikett allerdings nur als Abfüller aufgeführt. Die Nase ist deutlicher als bei den GWF-Weinen und typisch. Am Gaumen recht saftig, deutsch trocken mit feinsten Bittertönen im Abgang. Insgesamt ordentlich bis gut. Ähnlich auch der Einstiegssilvaner 2011 Silvaner Qualitätswein trocken „Spargeletikett“ vom Bürgerspital. Modern, zugänglich, deutsch trocken. Befriedigend bis gut, Preis liegt bei etwas über sieben Euro.

Teurer ist der 2010 Silvaner Qualitätswein trocken Weinreich E1INS Winzer Sommerach. Mit seiner gelbgoldenen Farbe unterscheidet er sich auch optisch von den anderen, die eher blassgelb bis grüngelb daherkommen. Die Nase ziemlich deutlich, auch nussig-gelbfruchtige Aromen. Am Gaumen dann aber etwas enttäuschend. Frucht und Säure wirken nicht ausbalanciert. Insgesamt gerade noch gut bei einem Preis von etwa zehn Euro.

Mein beiden Favoriten waren der 2011 Escherndorfer Lump Silvaner Kabinett trocken von Horst Sauer, den er uns gegenüber als „Spaßwein“ bezeichnete, und der genau das vermittelt. Typisch, frisch und angenehm mit einer Prise Tiefgang. Gut bis sehr gut. Kostet ca. neun Euro.

Ein bisschen preiswerter, aber dafür ein Bio-Wein ist der 2010 Silvaner Qualitätswein trocken Weingut Rothe von Manfred Rothe. In der Nase sortentypisch und ordentlich komplex dazu Zitrisches, Gelbfruchtiges und fein Vegetabiles. Am Gaumen schlank, trocken und frisch. Für den Preis von 8,50 Euro und die Bioqualität bekommt er ein sehr gut.

Fazit:

Fränkischer Silvaner macht Spaß. Selbst die GWF-Weine sind keine Durchfaller und können locker mit irgendwelchen Fünf-Euro-Italienern mithalten, die einem nachgeworfen werden. Über den 2011er Jahrgang zu urteilen, wäre ob der Zahl der Kostproben vermessen. Der erste Eindruck ist gut. Wir kosten weiter und halten Euch auf dem Laufenden.