Guter Wein hat seinen Preis, weiß die Vernunft. Doch ab und an unterliegt diese im Kampf gegen den inneren Schnäppchenjäger. Und genau deshalb gelangte  der zu Weihnachten 2007 bei Aldi angebotene 2001 Riva Leone Barolo Riserva DOCG von MGM Mondo del Vino (€ 12,99) in meinen Keller. Da schlummerte er nun fünf Jahre, bis ich in neulich aufzog. Blind verkostete ich ihn gegen einen 2004 Le Tense Sassella Valtellina Superiore DOCG von Nino Negri (€ 9,75), der ebenfalls aus Nebbiolo gekeltert wird, auch wenn die Rebsorte bei diesem Wein aus der Lombardei Chiavennasca genannt wird.

Der Aldi-Barolo "Riva Leone", gekauft Weihnachten 2007.


Über die nächsten zwei Tage probierte ich die beiden immer mal wieder. Das Verhältnis blieb gleich. Stets wirkte die Frucht in der Nase beim Valtellina deutlicher, frischer und differenzierter während der Barolo immer auch eine leicht stechende Würze aufwies. Am Gaumen schmeckte der Barolo ebenfalls unrunder. Der Druck am Gaumen war mäßig, die Balance zwischen Säure und Gerbstoff unharmonisch. Im Gegensatz dazu überzeugte der Valtellina, der natürlich auch ein paar Jahre weniger auf dem Buckel hatte, mit einer fast pinotnoir-artigen Eleganz. Gerbstoff und Säure bildeten ein prägnantes, aber feines Gerüst, um das herum feine Waldfrucht mit einer Prise roter Johannisbeere tänzelte.

Knackte den Barolo, obwohl billiger: Nebbiolo aus der Lombardei

Der innere Schnäpchenjäger hat also mal wieder eine Niederlage einstecken müssen, und dies sogar gegen einen Wein, der billiger war. Das bringt ihn natürlich nicht zum Schweigen, dafür steckt er zu tief drinnen, der Lump.