Vergangene Woche, ich war gerade dabei die ein oder anderere Weinzeitschrift für einen Beitrag über uns zu überzeugen, räusperte sich Kollege Kay lautstark und meinte: „Jan, guck doch mal beim Würtz rein!“ Für Unbeleckte: Dirk Würtz, Winzer aus Rheinhessen, ist einer der bekanntesten deutschen Weinblogger, dessen Umtriebigkeit schwindelerregend ist.

Der Würtz hatte also über dreizehn° gebloggt. Die Freude, dass das eigene Baby endlich mediale Aufmerksamkeit bekommt, war natürlich groß. Dezent enttäuscht war ich dann, als sein freundlich beobachtender Artikel Folgekommentare nach sich zog, die sich weniger um die Großartigkeit unseres Portals drehten als um Datenschutzdebatten, die sich auf die Möglichkeit des Logins über Facebook bezogen.
Neben der Facebook-Debatte ergaben sich dann aber doch noch zwei inhaltliche Diskussionspunkte, die dreizehn° im Kern betreffen. Letztlich drehen sie sich um den einen großen Punkt, der alle interessiert, die im Netz einem Wein hinterherjagen: Die Glaubwürdigkeit einer Bewertung bzw. einer Verkostnotiz.
Während Werner Elflein Verkostnotizen für wenig gewinnbringend erachtet, die auf „prima Wein…, kein Kopp am nächsten Tag“ enden, mahnen andere an, dass wir Meinungen von interessegeleiteten Benutzern (Händlern, Winzern) nicht klar genug von denen der „normalen“ Weinfreunde abgrenzen.
Den ersten Vorwurf finde ich ungerechtfertigt. Wir sind eben nicht der Geschmackselite-Weinführer, sondern offen für viele Haltungen zum Wein. Das ist genau unser Punkt. Wir sind eine Alternative zu den redaktionsbasierten Publikationen. Dass diese Beschränkungen eigener Art haben (z.B. kleiner Verkosterkreis oder nur aktuelle Weine) oder ebenfalls Legitimationsprobleme (z.B. Parker Spaniendebatte) ist bekannt.
Den Vorwurf der mangelnden Transparenz nehmen wir deshalb ernster. Wir integrieren derzeit ein Rollensystem (Händler, Winzer, Weinfreund, etc.), dass durchsichtiger machen wird, welche Informationen woher stammen. So sind Winzerseiten, die vom Weingut verwaltet werden, inzwischen gekennzeichnet. Über diese Schritte werdet Ihr hier bald mehr erfahren.
Letztlich appelliert aber auch solch ein System an die Ehrlichkeit der Nutzer einerseits und an ihre Fähigkeit Informationen einzuschätzen andererseits.
dreizehn° ist ein Vorschlag für eine transparentere, offene Weinwelt. Wir freuen uns, dass Ihr dabei mitmacht.