Auf Initiative von Patrick Johner vom Weingut Karl H. Johner am Kaiserstuhl gab´s in den letzten Wochen eine Reihe von Live-Weinverkostungen der Johner-Weine auf Facebook. Wir waren natürlich für Euch dabei. Wie war´s?

Einer der Facebook-Verkostungskandidaten.
Einer der Facebook-Verkostungskandidaten.

Patrick hatte die Verkostungen im Vorfeld angekündigt und so hatten wir wie viele andere ein Dreier-Paket der Johner-Weine bestellt. Die Verkostungen waren dann immer donnerstags ab 20 Uhr, über drei Wochen also jeweils ein Wein.

Beim ersten Wein handelte es sich um das Einsteigercuvee 2011 „Christine“, einen Weißwein. Wir dreizehn-Gradler hatten unser Lager im Büro aufgeschlagen. Drei Männer, drei Rechner, zwei Gläser. Ja, eines zuwenig, meins war nämlich im Rucksack kaputt gegangen. Dank an den „Alpenhof“ gegenüber, der mir unkompliziert eines zur Verfügung stellte. Dann gings los mit Weinprobieren und Posten in der Kommentarleiste.

Nett natürlich, dass man mit Weinfreunden und Weinfreundinnen aus der ganzen Republik den virtuellen Stammtisch teilte. Alle posteten wild drauflos: Geschmackseindrücke, Bukettnoten, Speiseempfehlungen und natürlich Fragen an Patrick zu Etikettgestaltung, Preis, Restzucker etc. Dabei zeigte sich, dass die Erfrischungszeiten von Facebook ein gewisse Herausforderung darstellten. Manche Frage war beantwortet, bevor sie gestellt war, dann wieder bezog sich ein Post auf einen Kommentar oder eine Frage, die im Stream bereits weit nach oben und also aus dem bewussten Blickfeld gerutscht war.

Für das zweite Mal hatte Patrick den 2009 Pinot Noir Wairarapa vorgesehen – ein Wein aus der neuseeländischen Depandance der Johners –  und ein weiteres Schmankerl: Parallel zur Facebookverkostung konnten wir einen Livestream auf YouTube anschauen, auf dem er die Fragen aus dem Facebookstream direkt beantworten wollte. Was die Sache vereinfachen sollte, Patrick musste ja nun nicht mehr tippen, verkomplizierte sie andererseits. So lief z. B. in unserem Büro der Ton auf Kays und meinem Rechner asynchron. Ich hörte Patrick also immer doppelt mit leichter Verzögerung, was nervte. Schließlich schaltete ich meinen Ton einfach aus. Dann musste man natürlich seine  Aufmerksamkeit auf drei Kanäle gleichzeitig richten: Den Facebook-Kommentarstream, den Videoton und das Videobild. Das geriet auch etwas kompliziert, beim Multitasken fällt halt doch das ein oder andere hintenrunter, was schade war, weil Patrick durchs halbe Weingut marschierte und Interessantes zum Besten gab.

Die dritte Verkostung bescherte uns dann erneut einen Weißwein, den 2011 Rivaner des Weinguts. Diesmal wieder ohne Video, dafür bereits mit dem TV-Serien-Effekt, weil man nun natürlich den ein oder anderen Teilnehmer schon kannte, bzw. vermisste. Wo ist Christian Hörtrich?, lautete die oft gestellte Frage. Und wie in einer guten Serie löste sich das Rätsel am Ende auf. Wir erfrischten wieder, was das Zeug hielt und kommentierten erneut. Das hatte dann schon etwas Stammtischcharakter.

Insgesamt war es eine interessante Erfahrung. Ich würde Patrick beipflichten, wenn er sagt, dass Facebook aufgrund der Refreshingproblematik nicht die ideale Plattform für ein derartiges Ereignis ist. Ein Livechat auf der eigenen Webseite, wie von ihm angedacht, könnte zwar dieses Problem lösen, doch fehlt da natürlich die soziale Netzwerkkomponente. Wir sind gespannt, was noch passiert.