Meine Vorliebe für den Ratskeller ist zumindest im Freundeskreis wohlbekannt und wohlbelächelt. Blog darüber hier. Der sonstigen Weingastronomie in München bleibe ich eher fern, die Preise, die Leute, die Musik… Nun hat aber die Loreley eröffnet, eine kleine Weinstube unweit des Isartores. Viele offene und gute Weine, wurde gemunkelt, also bin ich hin.
Wer genau hinschaut, findet sogar ein Weinglas im Schriftzug versteckt. (Foto: Loreley)Wer genau hinschaut, findet sogar ein Weinglas im Schriftzug versteckt. (Foto: Loreley)

Kleiner, äußerst überschaubarer Raum. Dezent und neutral eingerichtet, bis auf den den sehr schönen Neonschriftzug über der Theke, dem Traum jedes Leuchtmittelgestalters, “die ja nur noch LED dürfen”, so Gregor, der Gastgeber.

Ich komme rein, nur eine Handvoll Leute drin. Sehr dezente Musik, nahezu Flüstergespräche. An der Theke pralle ich ab, weil mich kein Barhocker zum Sitzen auffordert und knalle gegen das offene Weinangebot an der linken Wand, weil ich das schicke Agenturpärchen mit meiner Schäck-Wolfski-Jacke nicht belästigen will. „Toll, dass die Bank hier so hart ist, in der Agentur haben wir eine Auflage, die immer so wegrutscht.“

Es gibt Achterl, sehr sauber ohne Eichstrich eingeschenkt in unwürdigen Gläsern, die aber bald ersetzt werden sollen durch Besseres. Dreißig offene Weine konkurrieren mit einem Flaschenweinangebot, das in die Hunderte geht, mich jetzt aber nicht interessiert. Die offenen werden in den Kategorien vier, sechs und neun Euro angeboten, die Speisenkarte ist überschaubar – heute war auch die Wurstschneidemaschine kaputt, die hausgemachte Bemme fiel aus. Auf die kommt Regionales, darauf wird hier Wert gelegt.

Ich fange an zu trinken, deswegen bin ich hier. Die Weißweine sind mir zu kalt, für die Qualität, die hier geboten wird, zu Preisen, die im Verhältnis angenehm kalkuliert sind.

Probiert habe ich Folgendes: Die Verkostnotizen findet Ihr beim Klicken auf die verlinkten Weine wie immer bei dreizehn°- Dein Wein:

2011 Gemischter Satz  Thallern 1 Freigut Thallern 4 €

2011 Rheingau Riesling Eva Fricke 4€

2010 Wolfer Goldgrube Riesling Kabinett Weingut Vollenweider 4€

2011 Loibner Ried Kreutles Grüner Veltliner Federspiel Weingut Knoll 6€

2011 Macon Verzé AC Nicolas Maillet 6€ 

2009 Zweigelt Claus Preisinger 4 €

2011 Poncié Fleurie AC Domaine de Vissoux – Pierre Marie Chermette aufs Haus

Fazit:

Bei der Weinqualität gibt´s überhaupt nix zu meckern, mir war´s zu viel Weinlokal und zu wenig Weinstube. Sehr toller Aschenbecher im Sitzfensterbrett draußen eingelassen. Nicht nur daran dürfen sich andere ein Beispiel nehmen. Ich komme wieder, weiß nur noch nicht mit wem. Mucke dürfte erregender sein.