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	<title>dreizehn° blog</title>
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	<description>Winzer, Weine, Rebsorten &#38; Regionen</description>
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		<title>Meine Frau, Stuart Pigotts Lob auf den Berg, der Terroir-Blog und ich</title>
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		<pubDate>Sun, 19 Feb 2012 14:31:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Überlegungen zu Stuart Pigotts Loblied auf den (Wein-)Berg in der TV-Reihe Weinwunder Deutschland und dem Terroir-Streitgespräch zwischen Winzer Reinhard Löwenstein und Autor Markus Vahlefeld.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als ich neulich die Steillagen-Folge von Stuart Pigotts <a href="http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/weinwunder-deutschland/weinwunder-deutschland110.html" target="_blank">Weinwunder Deutschland</a> TV-Reihe sah war ich irgendwie ein bisschen genervt von seiner halbreligiösen Rhetorik, obwohl ich mich wie immer auch gut unterhalten fühlte. Ich schrieb dann einen Blogentwurf, den ich meiner Frau zum Lesen gab. Sie fand ihn zu krittelnd und wortklauberisch. Und sie hatte recht. Also stampfte ich ihn ein. Doch der Themenkomplex Lage / Terroir lässt mir keine Ruhe. Deshalb doch noch was dazu:<br />
<span id="more-680"></span><br />
Seit dem letzten Jahr führen Moselwinzer Reinhard Löwenstein und Autor Markus Vahlefeld einen dialogischen <a href="http://terroirblog.de/" target="_blank">Streitblog</a> zu Löwensteins Buch Terroir. In den letzten beiden Posts finden sich zwei Aussagen der beiden, die mir halbwegs repräsentativ für ihre jeweilige Position erscheinen.<br />
Vahlefeld (Post 10. Februar):<br />
„Erst ein Wein, der zwischen Idee und Endprodukt möglichst wenig Entfremdungsferne aufweist, ist ein Terroirwein für mich. Dass jeder Winzer eine andere Idee hat – natürlich auch eine andere Idee als ich -, macht ja gerade das Persönliche des Weins aus. Nur: eine IDEE muss der Winzer haben. Denn nur über die lässt sich streiten.“<br />
Im Beharren auf der Idee als zentralem Ausgangspunkt für einen Wein, ja sogar für Weinmachen als solches, erkannte ich meine eigene Kritik am Grundtenor von Pigotts Bericht:<br />
„Die Weinbergslage ist nicht einfach naturhaft da, sondern das Ergebnis eines eventuell jahrhundertelangen Prozesses. Und ganz am Anfang, noch vor dem ersten Wein, war ein menschliches Bedürfnis. Über welches lässt sich streiten (Rausch oder Durscht). Nach dem Bedürfnis folgte eine Idee (Wie wär´s Zenturio, sollen wir´s mal da drüben probieren, schaut bissl aus wie in Latium bei meinem Vetter?) und dann schritt man zu Tat. Irgendwann hat man dann wohl erkannt, der Wein von da gerät besser als der von dort, und begann gute von schlechten Weinbergen zu unterscheiden. Der Winzer hat den Weinberg erschaffen, erst durch ein menschliches Bedürfnis, eine Idee und Taten wird der Berg zu einem Weinberg.“<br />
Das ist ein bisschen philosophisch dahergeredet, aber irgendwie stimmt es schon. Der Berg macht halt keinen Wein, sondern der Winzer. Ich hatte dann übergeleitet zu Pigotts Interview mit Van Volxems Niewodniczanski, der Egon Müllers Vater zitiert, der Winzer sei Diener des Berges. Das wiederum fand ich eine ideologische Verdrehung, meine Frau hingegen erkannte darin die Ehrfurcht und Wertschätzung des Bauern für die Natur, von der er lebt. Stimmt natürlich auch.<br />
Die Familie Müller bewirtschaftet bestimmte Lagen seit Generationen und hat damit sozusagen eine Deutungshoheit über den Geschmack z. B. des Scharzhofberges erlangt. Wenn Müller sagt, so schmeckt ein Scharzhofberg, dann wirft er die kulturelle Erfahrung seiner Familie in die Waagschale. Der Geschmack erscheint so scheinbar naturhaft als Ergebnis der Lage und nicht als Folge von Entscheidungen, die ein Individuum aufgrund einer Idee getroffen hat.<br />
Auch Löwenstein greift zur Geschichte, wenn er versucht, die Typizität eines Geschmacks zu veranschaulichen:<br />
„Seit über 500 Jahren lebt meine Familie von den Winninger Weinbergen, die schon von Römern und höchstwahrscheinlich auch Kelten bewirtschaftet wurden. Kein Wunder, dass sich der Weingeschmack als quasi archetypische Gestalt manifestiert hat. „Der Uhlen ist fest, stark, ein Männerwein, der Röttgen ist sanft, blumig, ein Frauenwein.“ Das begleitet mich seit meiner Kindheit.“<br />
Im Gegensatz zu Müller reflektiert Löwenstein den „Geschmack der Natur“ immerhin als Ergebnis eines kulturellen Prozesses, wenn auch nicht als Ergebnis einer Idee, wie das Vahlefeld wohl gerne hätte. Löwenstein wendet sich dann auch im Folgenden noch einmal gegen die Idee als Ursprung seiner Weine:<br />
„Aber im Grunde genommen ist mir die Vorstellung einer zielorientierten Vinifikation zutiefst zuwider. Aus ganz egoistischen Gründen. Manchmal muss ich, aber im Grunde genommen will ich gar nicht der „Herr“ über meine Weine sein. Ich will ein Teil von ihnen sein. Ich will im Keller das tun, was ich meine, war gerade getan sein sollte, ohne unbedingt zu wissen warum, wieso, weshalb. Ich will abwarten, will mich überraschen lassen… Meine tiefste Befriedigung als Winzer resultiert aus der Hingabe, erwächst dem mich Fallenlassen, dem mich als ein Teil des Ganzen fühlen.“ (Beide Löwenstein-Zitate Post 17. Februar)<br />
Er will nicht über seine Weine herrschen. Aber eben auch nicht Diener des Berges sein wie Müller. Das gefällt mir, weil es die Hierarchien aus dem Ganzen entfernt.<br />
Und vielleicht ist das auch genau der Punkt. Im Pigott-Müllerschen Modell sind die Dinge klar und getrennt: Berg, Mensch, Wein. Vahlefeld hingegen pflegt ein anthropozentrisches System, in dem der Mensch und die Idee im Mittelpunkt stehen. Beide Systeme sind hierarchisch organisiert. Im Löwensteinschen Modell sind die Elemente verbunden und stehen nebeneinander. Mensch und Natur sind über Kulturelles (z.B. die Erinnerung an den Geschmack) miteinander verknüpft. Könnte das nicht die Essenz von Terroir sein?</p>
<div class="plus-one-wrap"><g:plusone size="medium" href="http://blog.13grad.com/2012/02/meine-frau-stuart-pigotts-lob-auf-den-berg-der-terroir-blog-und-ich/"></g:plusone></div>]]></content:encoded>
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		<title>Darf mann im Bett den kleinen Johnson lesen?</title>
		<link>http://blog.13grad.com/2012/02/darf-mann-im-bett-den-kleinen-johnson-lesen/</link>
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		<pubDate>Sun, 05 Feb 2012 21:11:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Neulich im ICE. Mir gegenüber ein nette Dame, die auf ihrem Tablet-PC herumschabte, während ich hektisch versuchte Schal, Kaffeebecher und Koffer in eine sinnvolle Ordnung im Abteil zu bringen. Es ergab sich dann ein Gespräch. Sie organisierte eine neue Design- und Architekturmesse in München, ich erzählte von Wein und Blog und Internet. Das fand sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Neulich im ICE. Mir gegenüber ein nette Dame, die auf ihrem Tablet-PC herumschabte, während ich hektisch versuchte Schal, Kaffeebecher und Koffer in eine sinnvolle Ordnung im Abteil zu bringen. Es ergab sich dann ein Gespräch. Sie organisierte eine neue Design- und Architekturmesse in München, ich erzählte von Wein und Blog und Internet. Das fand sie alles ganz interessant, und ich wähnte mich auf der sicheren Seite, bis sie dann irgendwann sagte: „Das mit dem Wein ist ja alles gut und schön, aber wenn dann die einzige Bettlektüre der kleine Johnson ist wie bei meinem Ex-Mann, dann hört´s doch auf!“<br />
<span id="more-671"></span></p>
<p>Ich schluckte unhörbar, ließ meine Gesichtsmuskeln eine weiterhin kooperative soziale Melodie anstimmen, während ich mich tief drinnen erkannt fühlte. Phasenweise nehme ich auch den kleinen Johnson mit ins Bett. Der Listencharakter eines Weinführers hat eine zugegebenermaßen beruhigende Wirkung auf mich. Informationen werden zeilenweise vergeben, alles ist nahezu gleich wichtig, und fordert nicht wie das Schicksal einer Romanfigur besondere Anteilnahme oder Aufmerksamkeit. Geschweige denn, dass ich mich anderntags erinnern müsste, wo ich genau am Vorabend mit dem Lesen aufgehört hatte.</p>
<p>Trotzdem ich das abendliche Weinführer-im-Bett-lesen also für mich begründen kann, ertappte ich mich im ICE-Abteil dabei, dass ich mich ein bisschen schuldig fühlte. Irgendwas hat das mit Frauen und Männern zu tun, nur was? Die Liste, das Archiv, ist das was Männliches?</p>
<p>Meine Frau häuft zwar Essensvorräte, Bastelbedarf, Kindergeschenke und Wollvorräte an, führt aber über deren Herkunft und Anzahl keinerlei Listen. Ich hingegen häufe im Keller Weinflaschen an, und führe auf die ein oder andere Art sehr wohl darüber Buch. Wenn ichs nicht tue, dann eher aus Mangel an Zeit. Ist das der Unterschied zwischen Sammeln und Horten? Der Sammler bildet gerne Kategorien, tauscht und studiert, während der Horter hortet, um im geeigneten Moment einen Bedarf mit Masse an Geeignetem zu überfluten.</p>
<p>Bevor ich jetzt die Untiefen im Meer der Geschlechterstereotypen ramme, trete ich den Rückzug an. Statt am Abend im Bett lese ich Weinführer halt nur noch auf dem Häusl und fühl mich gut dabei.</p>
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		<title>Wein aus Regensburg?</title>
		<link>http://blog.13grad.com/2012/01/wein-aus-regensburg/</link>
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		<pubDate>Sun, 29 Jan 2012 22:05:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Ja, den gibt es wirklich. Kumpel Backe, der in Regensburg lebt, deutete das schon letzten Sommer an, als wir auf dem Weg zur Paddeltour waren und ich den Kelheimer Stadtteil Kelheimwinzer für eine Weinwerbung hielt. Nein, hier in Kelheim gäb es keinen Wein, aber in der Gegend westlich von Regensburg. Jüngst stieß ich nun auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ja, den gibt es wirklich. Kumpel Backe, der in Regensburg lebt, deutete das schon letzten Sommer an, als wir auf dem Weg zur Paddeltour waren und ich den Kelheimer Stadtteil Kelheimwinzer für eine Weinwerbung hielt. Nein, hier in Kelheim gäb es keinen Wein, aber in der Gegend westlich von Regensburg.<br />
<span id="more-660"></span></p>
<p>Jüngst stieß ich nun auf die Meldung des bayrischen Landwirtschaftsministeriums, dass Brüssel sämtliche Qualitäts-, Prädikats- und Landweine Deutschlands in das europäische Register geschützter Ursprungsbezeichnungen bzw. geografischer Angaben aufgenommen hat.</p>
<p>Damit dürfen nur Weine aus den jeweiligen Anbauregionen entsprechend bezeichnet werden – davon gibt es in Bayern drei: Franken, das Bodenseeufer sowie das erwähnte kleine Anbaugebiet bei Regensburg.</p>
<p>Ein bayerischer Qualitäts- oder Prädikatswein ist damit künftig an der geschützten Ursprungsbezeichnung (g.U.) „Franken“ (bzw. „Württemberg“ für den Bereich bayerischer Bodensee) zu erkennen, ein Landwein an der geschützten geographischen Angabe (g.g.A.).</p>
<p>So muss etwa der „Landwein Main“ aus dem Einzugsbereich des Mains, der „Regensburger Landwein“ aus der Regensburger Region und der „Bayerische Bodensee Landwein“ vom Bodensee kommen. Die herkunftsgeschützten Weine müssen zudem bestimmte Qualitätskriterien erfüllen, ein Wein mit geschützter Ursprungsbezeichnung beispielsweise mindestens die Kriterien für den bisherigen Qualitätswein.</p>
<p>Tja, demnächst wird also ein Ausflug nach Regensburg fällig, um die Weine zu probieren. Diesen Besuch hat bereits Kollegin Nicola Neumann hinter sich. Über ihre gemischten Erfahrungen berichtet sie <a href="http://wuertz-wein.de/wordpress/2012/01/17/regensburger-wein/" target="_blank">hier</a> bei Würtz-Wein. Das Anbaugebiet selber stellt sich auf einer <a href="http://www.regensburgerlandwein.de/" target="_blank">eigenen Seite</a> vor. Die <a href="http://www.stmelf.bayern.de/mam/cms01/landwirtschaft/dateien/produktspezifikation_gga_regensburger_landwein.pdf" target="_blank">Produktspezifikation</a> für den Regensburger Landwein ist auch ganz interessant.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Rückblick auf 2011: Der Wein und Ich</title>
		<link>http://blog.13grad.com/2012/01/ruckblick-auf-2011-der-wein-und-ich/</link>
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		<pubDate>Sun, 15 Jan 2012 23:11:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Zeit der Jahresrückblicke in den Großmogulmedien ist vorbei, in Spezialmedien wie diesem Blog jedoch waltet persönliche Freiheit und also raus damit: Wie war 2011 für mich? Was waren die wichtigen Erlebnisse und Erkenntnisse vor allem den Wein betreffend?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Zeit der Jahresrückblicke in den Großmogulmedien ist vorbei, in Spezialmedien wie diesem Blog jedoch waltet persönliche Freiheit und also raus damit: Wie war 2011 für mich? Was waren die wichtigen Erlebnisse und Erkenntnisse vor allem den Wein betreffend?</p>
<p>Die erste Erkenntnis war die Tatsache, dass der <a href="http://blog.13grad.com/2011/01/terroir-oder-einfach-nur-lage-hochheimer-kirchenstuck/" target="_blank">Versuch</a>, eine Lagentypizität bei einigen Rieslingweinen aus der Hochheimer Kirchenstück herauszuschmecken, scheiterte. Der freundliche Weinhändler und Weinakademiker, der mir bei diesem Experiment beiseitestand &#8211; und nicht wusste worum es ging &#8211; lag genauso daneben wie ich. Ich bin also fürderhin vorsichtig, wenn es um die Anpreisung dieser Art von Typizität geht.<br />
<span id="more-652"></span><br />
Der März brachte Fukushima über die Welt, während ich eine kurze Reise nach Meersburg an den Bodensee machte. Die Leute waren nett, vielleicht auch weil gerade Nebensaison war, und ich habe vor Ort den Müller-Thurgau ins Herz geschlossen. Er hatte dort immer schon einen kleinen Platz, seitdem ich einen fränkischen Müller vor Jahren als Hochzeitswein ausgesucht hatte, aber an den sanften Gestaden des Sees zeigt er eben seine verführerische Seite noch etwas deutlicher als im rauen Tauberfranken.</p>
<p>Oft genug bekommt man für vernünftiges Geld vernünftige Weine. Das gilt für die Genossenschaften wie die von <a href="http://blog.13grad.com/2011/07/die-bodenseereise-teil-4-frisches-vom-winzerverein-hagnau/" target="_blank">Hagnau</a> ebenso wie fürs Staatsweingut in <a href="http://blog.13grad.com/2011/07/bodenseereise-teil-5-staatsweingut-meersburg-gros-und-gut/" target="_blank">Meersburg</a> und die örtlichen Winzer (z.B. <a href="http://blog.13grad.com/tag/thomas-geiger/" target="_blank">Thomas Geiger</a>, <a href="http://blog.13grad.com/2011/06/die-bodenseereise-teil-3-weingut-peter-krause/" target="_blank">Peter Krause</a>). Der Sommerweinvorrat war gesichert.</p>
<p>Wenn es also mal zum Grillen an die Isar ging, war immer ein Müller im Gepäck oder ein einfacher, gekühlter Trollinger, der sich in dieser Hinsicht auch wunderbar eignet. Der Dank für diese zweite Erkenntnis gebührt meinem Schwiegervater Josef in Oberschwaben, der heimische Getränke ebenso wertschätzt wie internationale.</p>
<p>Bei einem Verwandtenbesuch in der Schweiz hingegen tröstete mich ein unvergesslicher 2010 Rémus Plus sec Montlouis-sur-Loire AC  der <a href="http://www.jackyblot.fr/taille_loups.php" target="_blank">Domaine de la Taille aux Loups</a> darüber hinweg, dass ich Onkel und Tante während des Aperitifs mit einem Läuseproblem meiner Kinder konfrontieren musste. Ja, die bucklige Verwandtschaft aus Deutschland&#8230;</p>
<p>Im Sommer folgte deshalb ein Urlaub mit Freunden, die Kinder etwa im gleichen Alter haben. Eine Woche in der Toskana und eine in Ligurien. Während man in der Toskana die Mückenstiche mit Genossenschaftsrotwein aus dem Kühlschrank betäuben musste, wartete Ligurien doch mit einer Reihe von weißen Rebsorten auf, die, wenn nicht unbedingt denkwürdig, doch immerhin unbekannt waren, so z. B. Pigato und Lumassina. Die Roten harren noch einer Nachverkostung, insbesondere einige Flaschen Rossese.</p>
<p>Im Herbst, während unsere schönen Münchnerstadt bereits anfing, sich in den zweiwöchigen Bierrausch hineinzuwerfen, veranstalteten wir unsere <a href="http://blog.13grad.com/2011/09/dreizehn%C2%B0-weinparty-internet-echt/" target="_blank">dreizehn°-Alphatester-Party</a>, die lustig wurde, auch wenn wir uns beim Wein-Degu-Rätsel ein bisschen verirrten.</p>
<p>Langsam begann es zu herbsteln, doch es blieb erstaunlich sonnig und warm. Zwei Spätburgunder vom <a href="http://blog.13grad.com/2012/01/meine-entdeckung-des-jahres-die-spatburgunder-vom-weingut-mehl-weinherbst-munchen-2011-teil-5/" target="_blank">Weingut Mehl</a> in Walluf im Rheingau erfrischten mich in dieser Zeit ungemein, so dass ich einen solchen dem Schwager und dem Schwiegervater bei einem gemeinsamen Herbstausflug vorstellte. Der endete für mich in großem Schmerz, als mich die Nachricht vom Tod meines Vaters ereilte.</p>
<p>Einiges von dem, was ich über Wein weiß, weiß ich von ihm. Immer noch liegen Flaschen in meinem Keller, die noch von seinen Eltern stammen. Vielleicht war er auch ein paradigmatischer Weintrinker seiner Generation: Sozialisiert mit feinen Weinen des eigenen Vaters von Mosel, Ruwer und Saar, bis sich in den 60er Jahren der Blick zu weiten begann. Retsina und Korbflaschenchianti in den unruhigen Zeiten als Student, dann nach finanzieller Festigung mussten es eher trockene Klassiker sein, Burgunder, Bordeaux und Beaujolais, Deutsches kam nicht mehr ins Haus. Mitte der 80er Jahre flog uns die Familie um die Ohren. Der Freiheitsdrang meines Vaters führte ihn ins Herz der Toskana, wo ihn nun die handgeschmiedeten Stöffchen dieser so entzückenden Hügellandschaft begeisterten, die er nach München zurückgekehrt auch weiterhin schätzte. Als ich dann nach der Jahrtausendwende anfing, ihn nach und nach wieder mit deutschem Wein zu beglücken, zeigte er sich aufgeschlossen. Es endete, wie es begann: Auf dem Familientreffen anlässlich seiner Aufbahrung tranken wir Riesling von der Saar.</p>
<p><a href="http://blog.13grad.com/wp-content/uploads/Sarg.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-653" src="http://blog.13grad.com/wp-content/uploads/Sarg-1024x768.jpg" alt="" width="460" height="345" /></a></p>
<p>Von all dem noch leicht angeschlagen wankte ich dem Ende des Jahres entgegen, Weihnachten dräute. Ich gehöre nicht zur <a href="http://schnutentunker.wordpress.com/2011/12/28/simple-genusse-8-weihnachtsweine/" target="_blank">Schnutentunker</a>-Fraktion, die dieses Fest nicht auch noch mit dem Besten, was der Keller zu bieten hat, belasten will. Im Gegenteil: Ich freue mich auf eine Gelegenheit, was schönes Rotes aus dem Keller zu holen. Mit diesem Plan scheiterte ich kläglich. Irgendwie passte stets nur Weißes zu den Gerichten, die gekocht und serviert wurden. Wahrscheinlich werde ich deshalb am Aschermittwoch diesen Jahres den Weihnachts-Brunello zur Fischsemmel trinken. Prost.</p>
<div class="plus-one-wrap"><g:plusone size="medium" href="http://blog.13grad.com/2012/01/ruckblick-auf-2011-der-wein-und-ich/"></g:plusone></div>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Meine Entdeckung des Jahres: die Spätburgunder vom Weingut Mehl (Weinherbst München 2011 Teil 5)</title>
		<link>http://blog.13grad.com/2012/01/meine-entdeckung-des-jahres-die-spatburgunder-vom-weingut-mehl-weinherbst-munchen-2011-teil-5/</link>
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		<pubDate>Tue, 03 Jan 2012 15:38:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berichte]]></category>
		<category><![CDATA[Messen & Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Verkostungen]]></category>
		<category><![CDATA[Berg Bildstock]]></category>
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		<category><![CDATA[Spätburgunder]]></category>
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		<category><![CDATA[Walluf]]></category>

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		<description><![CDATA[Bericht über das Weingut Mehl in Walluf im Rheingau, seinen Inhaber Markus Mehl und seine Spätburgunder-Rotweine aus 2008]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich war ich müde. Eigentlich wollte ich nicht mehr probieren. Eigentlich wollte ich nach Hause. Doch dann passierte es. Markus Mehl reichte mir ein Glas und dann noch eines und ich war begeistert. Die Frische und Eleganz seiner Weine belebten meine Sinne, sofort war ich wieder wach und wollte mehr wissen. </p>
<p>Markus Mehl führt das <a href="http://www.weingut-mehl.de/frameset.html" target="_blank">Weingut Mehl</a> seit dem Jahr 2003 in fünfter Generation. Er bewirtschaftet  einen kleinen Betrieb mit 2,7 Hektar in Walluf im Rheingau. Seine Weinküferausbildung jedoch hat er in einem der größten Betriebe Deutschlands absolviert: dem <a href="http://www.badischer-winzerkeller.de/" target="_blank">Badischen Winzerkeller</a> in Breisach. Keine Topadresse, denke ich vorurteilsbehaftet, und werde von Markus Mehl eines Besseren belehrt. Er hat dort auch im sogenannten Versuchskeller gearbeitet, wo man u. a. Studien für die Weinbauschulen in Weinsberg und Geisenheim durchführt: „Da gibt´s jede erdenkliche Apparatur und man wird durch die Versuche ständig mit neuen Ideen konfrontiert. Das war sehr interessant und lehrreich.“</p>
<p><div id="attachment_642" class="wp-caption alignleft" style="width: 294px"><a href="http://blog.13grad.com/wp-content/uploads/Portrait-Mehl-e1325604031646.jpg"><img class="size-medium wp-image-642" src="http://blog.13grad.com/wp-content/uploads/Portrait-Mehl-284x300.jpg" alt="" width="284" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Markus Mehl: Vielleicht sieht man schon an den Farben, was ihm am Herzen liegt.</p></div> <span id="more-640"></span></p>
<p>Wer nun glaubt, dass Markus Mehl einem industriell-technischen Weinideal geprägt von ausgefinkelter Kellertechnik huldigt, liegt ebenfalls falsch. Der praktische Teil der folgenden Weintechnikerausbildung in Bad Kreuznach führte ihn nämlich in eines der Herzen deutscher Weinbaukunst: Das <a href="http://www.heger-weine.de/" target="_blank">Weingut Dr. Heger</a> im Kaiserstuhl. Hier vinifiziert Joachim Heger bekanntermaßen große deutsche Weine, die eigenständig und charaktervoll sind. Auch dies sei eine bereichernde Erfahrung gewesen, so Mehl, und habe seine Vorstellung von sorgfältiger handwerklicher Weinbereitung maßgeblich beeinflusst.</p>
<p>Seitdem er das Weingut führt, dessen Hauptrebsorte Riesling ist, habe er das weiße Sortiment eher verschlankt in zwei Hauptlinien: Die eine mit einem fruchtbetonten Stil für den Sofortgenuss, die andere mit Potential für eine längere Entwicklung.</p>
<p>Sein Herz jedoch schlägt für den Pinot Noir, dem er eine größere Aufmerksamkeit zuteil werden lässt als frühere Generationen.</p>
<p>Ich probierte alle drei Spätburgunder des Weinguts: den Liter-Spätburgunder, den „S“ aus dem großen Holzfass und den „R“ aus dem Barrique, allesamt aus 2008 (Ausführliche Verkostnotizen siehe unten). Die Rotweine tragen keine Lagennamen, sondern sind ein Cuvee aus den Wallufer Lagen Berg Bildstock und dem Walkenberg, der vom <a href="http://www.vdp.de/" target="_blank">VDP</a> als Erste Lage klassifiziert ist.</p>
<p>Die Trauben für den Liter werden früher gelesen, beim R und S haben sie mindestens Spätlesequalität. Die Erträge beim R sind burgundischen Ausmaßes (30-40 hl/ha), beim S sind es auch nur 50 hl/ha, beim Liter etwa 80 hl/ha. Alle Rotweine sind trocken, selbst der Liter hat nur 2g Restzucker bei prägnanter Säure.</p>
<p>Allen Weinen gemeinsam ist eine gewisse Strenge. Hier wird eben nicht mit Restsüße nach dem Gaumen des fröhlichen Zechers geschielt. Stattdessen versucht Mehl Ernsthaftes und bemüht sich um Konzentration. Nur gesundes Lesegut, akribische Laubarbeit, Saftabzug, keine Filtration und Schwefelzusatz erst kurz vor der Füllung. Die Weine sind maischevergoren (auch der Liter) bei relativ niedrigen Temperaturen (25°-30°). R &amp; S verbringen nach der etwa 15-tägigen Gärung weitere zwei Wochen auf der Maische. Dann kommen sie in die verschiedenen Gebinde, wo Markus Mehl sie zwischen ein und drei Jahren reifen lässt. Diese sorgfältige Bereitung heißt natürlich auch, dass Mehl die Weine erst spät auf den Markt bringt. So ist der 2008er R im Eichelmann 2012 noch gar nicht aufgeführt. „Den kriegt er erst nächstes Jahr“, so Markus Mehl, „dieses Jahr war er noch nicht soweit.“ Der 2008er S hingegen ist mit 85 Punkten bewertet.</p>
<p>Mehls Sorgfalt führt zu eher dunklen Spätburgundern, die konzentriert und komplex sind. Niemals aber wirken sie breit, ausladend oder bräsig. Stets erscheinen sie frisch, und bei keinem finden sich alkoholische oder wärmende Noten, was ich persönlich sehr angenehm finde. Selbst der Liter von 2008 wirkt jetzt Ende 2011 jung, R und S hingegen haben noch Potential für einige Jahre Flaschenreife. Den R jetzt zu öffnen grenzt sogar an Kindermord. Dem Glas entströmte zum Zeitpunkt der Verkostung nichts Üppiges, das Bukett glänzt eher mit Tiefe, was für beide Weine gilt. Am Gaumen entfalten R und S eine ruhige, völlig selbstbewusste Komplexität, die nicht schreit, sondern singt. Prägnante Säure und vernünftiger Gerbstoff begleiten dieses Lied auf angenehme Weise.</p>
<p>Insgesamt zählen diese beiden Spätburgunder S und R in diesem Jahr zu den zehn besten Weinen, die ich im Jahr 2011 probieren durfte. Kompliment!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Verkostungsnotizen:</strong></p>
<p><strong>2008, Spätburgunder Qualitätswein trocken in der Literflasche, Weingut Mehl</strong> (€ 7,70)</p>
<p>Klares, transparentes Rubinrot. Mittlere Viskosität. Dezentes, einfaches Bukett. Frische und auch leicht reife Aromen. Noten von roten Johannisbeeren. Am Gaumen trocken, deutlich spürbare Säure, schlanker Körper, gerade mal mittlere Länge.</p>
<p>Insgesamt ein Literschoppen, dem man den Willen zur Qualität &#8211; die ihren Preis hat &#8211; schon anmerkt. Trocken, säurebetont, erfrischend. Kein restsüßer Schmeichler.</p>
<p><strong>2008, Spätburgunder Qualitätswein trocken, S (Holzfass), Weingut Mehl</strong> (€ 9,10)</p>
<p>Klares, dunkles Rubinrot. Hohe Viskosität. Feines, ordentlich komplexes und frisches Bukett. Noten von Kirsche, roter Johannisbeere, feine Röstnoten. Am Gaumen trocken, wohlgebildeter Körper, spürbare Säure, spürbarer und feiner Gerbstoff, harmonisch, fest, frisch. Gute Länge. Lagerpotential.</p>
<p><strong>2008, Spätburgunder Qualitätswein trocken, R (Barrique), Weingut Mehl</strong> (€ 15,40)</p>
<p>Klares, dunkles Rubinrot. Feines, komplexes Bukett, gleichermaßen frisch und reif. Noten von Kirsche, roter Johannisbeere, die Röstnoten deutlicher als beim S, dazu Würziges. Am Gaumen trocken, spürbare Säure, fester jugendlicher Gerbstoff, voller Körper, überzeugender Druck, Tiefe. Gute Länge. Großes Lagerpotential.</p>
<div class="plus-one-wrap"><g:plusone size="medium" href="http://blog.13grad.com/2012/01/meine-entdeckung-des-jahres-die-spatburgunder-vom-weingut-mehl-weinherbst-munchen-2011-teil-5/"></g:plusone></div>]]></content:encoded>
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		<title>Spätburgunder auf der Weinherbst München 2011 (Teil 4): Weingut Düringer Trottenhof</title>
		<link>http://blog.13grad.com/2011/12/spatburgunder-auf-der-weinherbst-munchen-2011-teil-4-weingut-duringer-trottenhof/</link>
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		<pubDate>Wed, 14 Dec 2011 19:42:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Messen & Veranstaltungen]]></category>
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		<category><![CDATA[Ihringer Fohrenberg]]></category>
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		<category><![CDATA[Spätburgunder]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Düringer]]></category>
		<category><![CDATA[Weingut Düringer]]></category>
		<category><![CDATA[Weingut Düringer Trottenhof]]></category>

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		<description><![CDATA[Bericht über das Weingut Düringer Trottenhof in Ihringen am Kaiserstuhl und Verkostungsnotizen zu einigen Spätburgunderrotweinen aus 2008 und 2009.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In welcher Form ist der deutsche Spätburgunder, lautet die Frage des dreizehn°-Teams, als Ende Oktober diesen Jahres auf der Praterinsel in München die Publikumsmesse WeinHerbst 2011 stattfindet. Untenstehend die Liste der Weingüter, deren Spätburgunderrotweine ich verkostete. Jedes Weingut und seine Weine werden nach und nach in einem eigenen Eintrag vorgestellt:</p>
<p><a href="http://blog.13grad.com/2011/11/spatburgunder-auf-der-weinherbst-munchen-2011-teil-1-weingut-kalkbodele-gebr-mathis/" target="_blank">Weingut Kalkbödele Gebr. Mathis</a> (Baden), <a href="http://blog.13grad.com/2011/12/spatburgunder-auf-der-weinherbst-munchen-2011-teil-3-weingut-friedhelm-rinklin/" target="_blank">Weingut Friedhelm Rinklin</a> (Baden), Weingut Düringer Trottenhof (Baden), <a href="http://blog.13grad.com/2011/12/spatburgunder-auf-der-weinherbst-munchen-2011-teil-2-weingut-kuhling/" target="_blank">Weingut Kühling</a> (Rheinhessen), Weingut Mehl (Rheingau).</p>
<div id="attachment_603" class="wp-caption alignleft" style="width: 280px"><img class="size-full wp-image-603" src="http://blog.13grad.com/wp-content/uploads/Porträt-Düringer.jpg" alt="" width="270" height="307" /><p class="wp-caption-text">So unaufgeregt wie seine Weine: Thomas Düringer</p></div>
<p><span id="more-601"></span> <a href="http://www.weingut-dueringer.de/">Familie Düringer</a> bewirtschaftet 8 Hektar Rebfläche in Ihringen am Kaiserstuhl. Die Trauben des Weingutes wachsen in den Weinberglagen Ihringer Winklerberg, Ihringer Fohrenberg, Waltershofener Steinmauer und Munzinger Kapellenberg. Das Weingut findet sich nicht in den einschlägigen Weinführern. Tatsächlich erwarb ich während eines Landausfluges einen Düringer-Spätburgunder in einem kleinen Getränkemarkt im bayrischen Oberland in der Nähe von Weilheim. Deshalb freute ich mich, als ich den Stand der Düringers auf der Weinherbst entdeckte und probierte nun sorgfältig:</p>
<p><strong>2009, Ihringer Fohrenberg, Spätburgunder, Qualitätswein tr.</strong> (€ 5,40)</p>
<p>Maischevergoren wie alle Rotweine und im großen Holzfass gereift. Helles Rubinrot, leichte Anklänge an Erdbeeren, leicht und frisch. Deutsch trocken. Insgesamt befriedigend bis gut.</p>
<p><strong>2008, Pinot Noir, Spätlese trocken, Im Holzfass gereift</strong> (€ 9,90)</p>
<p>Für 24 Monate in gebrauchten Barriques gereift. Etwas deutlichere, komplexere und reifere Frucht (Kirsche, Brombeere). Leichte unaufdringliche Holznoten. Präsenter, angenehmer Gerbstoff. Die Säure wirkt zunächst mild, bleibt dann aber doch auf der Zunge. Eher international trocken. Mittlere Länge. Insgesamt gut.</p>
<p><strong>2008, Ihringer Winklerberg, Spätburgunder, Qualitätswein tr., Barriquefass gereift</strong> (€ 12,-)</p>
<p>Für 24 Monate in neuen und gebrauchten Barriques ausgebaut. Dezente, aber komplexe Frucht (Kirsche, Erdbeere, Brombeere), angenehm spürbare Säure, international trocken, leicht wärmender Abgang. Mittlere Länge. Insgesamt gut.</p>
<p><strong>Fazit:</strong> Thomas Düringer, der seit 2001 das Familienweingut führt, vinifiziert sorten- und regionaltypische Spätburgunder, die durchweg empfohlen werden können. Die Preise sind vernünftig.</p>
<div class="plus-one-wrap"><g:plusone size="medium" href="http://blog.13grad.com/2011/12/spatburgunder-auf-der-weinherbst-munchen-2011-teil-4-weingut-duringer-trottenhof/"></g:plusone></div>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Spätburgunder auf der Weinherbst München 2011 (Teil 3): Weingut Friedhelm Rinklin</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Dec 2011 12:31:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berichte]]></category>
		<category><![CDATA[Messen & Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Verkostungen]]></category>
		<category><![CDATA[Bioland]]></category>
		<category><![CDATA[Eichstetter Herrenbuck]]></category>
		<category><![CDATA[Kaiserstuhl]]></category>
		<category><![CDATA[Spätburgunder]]></category>
		<category><![CDATA[Weingut Friedhelm Rinklin]]></category>

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		<description><![CDATA[Bericht über das Bio-Weingut Friedhelm Rinklin in Eichstetten am Kaiserstuhl und Verkostungsnotizen zu einigen Spätburgunderrotweinen aus 2007 und 2009.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In welcher Form ist der deutsche Spätburgunder, lautet die Frage des dreizehn°-Teams, als Ende Oktober diesen Jahres auf der Praterinsel in München die Publikumsmesse WeinHerbst 2011 stattfindet. Untenstehend die Liste der Weingüter, deren Spätburgunderrotweine ich verkostete. Jedes Weingut und seine Weine werden nach und nach in einem eigenen Eintrag vorgestellt:<br />
<!--07861918--></p>
<p>Weingut <a href="http://blog.13grad.com/2011/11/spatburgunder-auf-der-weinherbst-munchen-2011-teil-1-weingut-kalkbodele-gebr-mathis/" target="_blank">Kalkbödele Gebr. Mathis</a> (Baden), Weingut Friedhelm Rinklin (Baden), Weingut Düringer Trottenhof (Baden), <a href="http://blog.13grad.com/2011/12/spatburgunder-auf-der-weinherbst-munchen-2011-teil-2-weingut-kuhling/#more-550" target="_blank">Weingut Kühling</a>(Rheinhessen), Weingut Mehl (Rheingau).</p>
<div id="attachment_583" class="wp-caption alignleft" style="width: 270px"><img class="size-full wp-image-583" src="http://blog.13grad.com/wp-content/uploads/Friedhelm-Rinklin-e1323346982760.jpg" alt="" width="260" height="369" /><p class="wp-caption-text">Lieber originell als 0815: Friedhelm Rinklin und sein Spätburgunder</p></div>
<p><a href="http://www.rinklin.de/" target="_blank">Friedhelm Rinklins Weingut</a> ist sozusagen ein Urgestein in der badischen Bioweinszene. Bereits 1955 stellte sein Vater den Betrieb auf Demeter-Richtlinien um, inzwischen gehört man zum Bioland-Verband. Auf die Qualitätsweinprüfung wird weitgehend verzichtet, weil Rinklin wie viele andere Biowinzer dem vorgeschriebenen Standardgeschmack entkommen will. Stattdessen werden die Weine als Tafelweine deklariert.<br />
<span id="more-582"></span><br />
Das Sortiment des 6ha-Weinguts im Kaiserstuhl teilt sich in die Weine für jeden Tag (ca. 80° Oechsle), die Gutsweine (90°-95° Oechsle also etwa Spätlesequalität und ertragsreduziert) und die exclusiven Spezialitäten (50 hl/ha und 100° Oechsle oder mehr).</p>
<p>Ich kostete:</p>
<p><strong>2009, Eichstetter Herrenbuck, Spätburgunder, Qualitätswein tr., Weingut Friedhelm Rinklin</strong>(€ 6,90)</p>
<p>Ein Wein aus der „jeden Tag“-Linie, zu 80% im Stahltank, der Rest  im großen Holzfass ausgebaut. Dezentes, feinfruchtiges, frisches Bukett nach roten Beeren mit animalischen Noten. Feine Säure, im Abgang leicht wärmend. Länge mittel. Insgesamt gut bis befriedigend.</p>
<p><strong>2009, Spätburgunder trocken, aus dem großen Holzfass, Weingut Friedhelm Rinklin</strong> (€ 7,90)</p>
<p>Ein Gutswein ausgebaut im großen Holzfass und in gebrauchten Barriques. Frisches, unruhiges Bukett, guter Druck, saftig, gute Länge. Insgesamt befriedgend bis gut.</p>
<p><strong>2007, Spätburgunder trocken, Barrique, Weingut Friedhelm Rinklin</strong> (€13,50)</p>
<p>Aus der Reihe exclusive Spezialitäten. Frisches, unruhiges Bukett, frisch auch am Gaumen, Noten von Erdbeere und Kirsche, auch Animalisches. Gute Länge. Insgesamt gut bis sehr gut.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Fazit:</strong></p>
<p>Rinklin will, dass die Jahrgänge in ihrer Unterschiedlichkeit erkennbar bleiben, an geschmacklicher Glättung ist er nicht interessiert. Das zeigt sich wie erwähnt auch in dem weitgehenden Verzicht auf die Qualitätsweinprüfung. Die Herkunft der von mir probierten Spätburgunder hätte ich bei einer Blindprobe eher in Rheinhessen vermutet als im Kaiserstuhl, so frisch und wenig überreif wirken sie. Das Bukett verströmt immer auch etwas Unruhiges. Mag man Bio, nennt man es originell, andere vermissen vielleicht eine gewisse Reintönigkeit in der Nase. Am Gaumen dominiert die Frische, und stets haben die Weine eine gute Länge bei für Bioweinen sehr vernünftigen Preisen.</p>
<div class="plus-one-wrap"><g:plusone size="medium" href="http://blog.13grad.com/2011/12/spatburgunder-auf-der-weinherbst-munchen-2011-teil-3-weingut-friedhelm-rinklin/"></g:plusone></div>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Spätburgunder auf der Weinherbst München 2011 (Teil 2): Weingut Kühling</title>
		<link>http://blog.13grad.com/2011/12/spatburgunder-auf-der-weinherbst-munchen-2011-teil-2-weingut-kuhling/</link>
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		<pubDate>Fri, 02 Dec 2011 13:04:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berichte]]></category>
		<category><![CDATA[Messen & Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Verkostungen]]></category>
		<category><![CDATA[Abenheimer Klausenberg Spätburgunder]]></category>
		<category><![CDATA[Bioland]]></category>
		<category><![CDATA[Biowein]]></category>
		<category><![CDATA[Rheinhessen]]></category>
		<category><![CDATA[Spätburgunder]]></category>
		<category><![CDATA[Weingut Kühling]]></category>

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		<description><![CDATA[Beschreibung des rheinhessischen Weingutes Kühling in Gundheim und Verkostnotizen zu 2009, Spätburgunder trocken und 2008, Abenheimer Klausenberg, Spätburgunder trocken, Alte Reben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In welcher Form ist der deutsche Spätburgunder, lautet die Frage des dreizehn°-Teams, als Ende Oktober diesen Jahres auf der Praterinsel in München die Publikumsmesse WeinHerbst 2011 stattfindet. Untenstehend die Liste der Weingüter, deren Spätburgunderrotweine ich verkostete. Jedes Weingut und seine Weine werden nach und nach in einem eigenen Eintrag vorgestellt:</p>
<p>Weingut Kalkbödele Gebr. Mathis (Baden), Weingut Friedhelm Rinklin (Baden), Weingut Düringer Trottenhof (Baden), Weingut Kühling (Rheinhessen), Weingut Mehl (Rheingau).<br />
<span id="more-550"></span></p>
<div id="attachment_549" class="wp-caption alignleft" style="width: 219px"><img class="alignleft" src="http://blog.13grad.com/wp-content/uploads/Berthold-Kühling.jpg" alt="" width="209" height="349" /><p class="wp-caption-text">Alles frisch! Winzer Berthold Kühling</p></div>
<p>Die Familie Kühling bewirtschaftet etwa 13,5 Hektar Rebfläche in Gundheim (Bereich Wonnegau in Rheinhessen). Das Sortiment gliedert sich in Guts-, Orts-, und Lagenweine. Man arbeitet im Weinberg nach Naturland-Richtlinien. Der erste Wein war ein Gutswein:</p>
<p><strong>2009, Spätburgunder trocken, Weingut Kühling </strong>(5,20 €)</p>
<p>Laut der Besitzerin Frau Silvia Kühling stammen die Trauben für diesen Wein aus Gundheimer Lagen. Der Wein ist maischevergoren und reifte für 15 Monate im großen Holzfass. Außerdem habe der Most Spätlesequalität gehabt. Bemerkenswert an diesem Wein ist seine Frische. In der Nase ein fast an Brause erinnerndes Bukett (Kirsche, Erdbeere). Am Gaumen trocken, spürbare Säure, schlanker Körper und wenig fester Gerbstoff. Ordentliche Länge. Im Abgang feinste Bitternoten. Der Säureeindruck auf der Zunge blieb. Insgesamt für den Preis ein guter Spätburgunder für Weinfreunde, die eine belebende Säure einem restsüßen Schmeichler vorziehen.</p>
<p>Der zweite Wein stammt aus einer Lage in Abenheim, einem Nachbarort von Gundheim:</p>
<p><strong>2008, Abenheimer Klausenberg, Spätburgunder trocken, Alte Reben, Weingut Kühling </strong>(12,50)</p>
<p>Die Rebstöcke sind durchschnittlich 35 Jahre alt, und die Hektarerträge liegen für diesen Wein bei etwa 60 hl/ha. Der Wein wurde für 15 Monate in neuen und alten Barriques ausgebaut. Laut Frau Kühling werden die Rotweine nicht spontan vergoren.</p>
<p>Auch das Bukett dieses Weines kitzelt die Nase mit eher frischen, kühlen Aromen (Erdbeere, Kirsche) als mit Reife oder Wärme. Der Fruchteindruck am Gaumen ist gut und deutlich, die Säure spürbar, das Holz bleibt dezent im Hintergrund. Durchaus präsenter fester und feiner Gerbstoff. Gute Länge. Insgesamt ein Wein mit Frische und Potential.</p>
<p><strong>Fazit:</strong></p>
<p>Beiden Weinen gemeinsam war eine prägnante Säurestruktur, sowohl in der Nase wie auch am Gaumen. Beim Gutswein war mir die Dauer des Säureeindrucks auf der Zunge zu lang. Für einen fünf-Euro-Wein, der nach Biolandkriterien produziert ist, finde ich das aber in Ordnung. Der „Alte Reben“ wirkte runder und fülliger, doch auch hier ist Frische das dominante Merkmal. Prinzipiell finde ich diese Frischepolitik unterstützenswert, wenn ein paar Prozent Reifearomatik hinzukämen, würden sie mir noch besser gefallen.</p>
<div class="plus-one-wrap"><g:plusone size="medium" href="http://blog.13grad.com/2011/12/spatburgunder-auf-der-weinherbst-munchen-2011-teil-2-weingut-kuhling/"></g:plusone></div>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Spätburgunder auf der Weinherbst München 2011 (Teil 1): Weingut Kalkbödele Gebr. Mathis</title>
		<link>http://blog.13grad.com/2011/11/spatburgunder-auf-der-weinherbst-munchen-2011-teil-1-weingut-kalkbodele-gebr-mathis/</link>
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		<pubDate>Fri, 25 Nov 2011 10:00:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berichte]]></category>
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		<description><![CDATA[Vor etwa vier Jahren probierte ich die Kalkbödele-Weine erstmalig. Damals fand die Veranstaltung noch in einigen Räumen der Alten Residenz in München statt, nicht wie heuer auf der Praterinsel. Bereits zu jener Zeit hoben sich die Kalkbödele-Weine aus dem Gros der von mir verkosteten deutschen Spätburgunder ab.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In welcher Form ist der deutsche Spätburgunder, lautet die Frage des dreizehn°-Teams, als Ende Oktober diesen Jahres auf der Praterinsel in München die Publikumsmesse <a href="http://www.weinherbstmuenchen.de/" target="_blank">WeinHerbst 2011</a> stattfindet. Untenstehend die Liste der Weingüter, deren Spätburgunderrotweine ich verkostete. Jedes Weingut und seine Weine werden demnächst in einem eigenen Eintrag vorgestellt:</p>
<p><a href="http://www.kalkboedele.de/" target="_blank">Weingut Kalkbödele Gebr. Mathis</a> (Baden), <a href="http://www.rinklin.de/" target="_blank">Weingut Friedhelm Rinklin</a> (Baden), <a href="http://www.weingut-dueringer.de/" target="_blank">Weingut Düringer Trottenhof </a>(Baden), <a href="http://www.weingut-kuehling.de/" target="_blank">Weingut Kühling</a> (Rheinhessen), <a href="http://www.weingut-mehl.de/frameset.html" target="_blank">Weingut Mehl</a> (Rheingau)</p>
<p><img class="size-full wp-image-544" src="http://blog.13grad.com/wp-content/uploads/Herr-Schärli-Kalkbödele-e1322338596445.jpg" alt="" width="460" /><br />
<em>So solide wie seine Weine: Kalbödeles Kellermeister Martin Schärli</em><br />
<span id="more-535"></span><br />
Vor etwa vier Jahren probierte ich die Kalkbödele-Weine erstmalig. Damals fand die Veranstaltung noch in einigen Räumen der Alten Residenz in München statt, nicht wie heuer auf der Praterinsel. Bereits zu jener Zeit hoben sich die Kalkbödele-Weine aus dem Gros der von mir verkosteten deutschen Spätburgunder ab.</p>
<p>Auch diesmal betreute Herr Martin Schärli, Betriebsleiter und Kellermeister des Weinguts den Probierstand, so dass ich stets prompte und verlässliche Antworten erhielt. Der Spätburgunder nimmt etwa 60 Prozent der 16 Hektar Anbaufläche ein, die im Weingut bewirtschaftet werden. Alle Weine, auch die weißen, werden aus Trauben gekeltert, die in der Lage Merdinger Bühl wachsen. Sie gehört zum badischen Weinbaubereich Tuniberg.</p>
<p>Herr Schärli ist Schweizer, seit zehn Jahren arbeitet er für das Weingut. Als bekennender Rieslingfan verzichtet er bei den Weißweinen auf den biologischen Säureabbau, weshalb er auch wenig Freude an Schweizer Weißweinen findet, bei denen dies die Regel ist.</p>
<p>Für die Rotweinbereitung sind Maischegärung und Holzfassausbau üblich. Die Weine sind stets durchgegoren, selbst die Literqualität ist international trocken. Ich koste:</p>
<p><strong>2009, Merdinger Bühl, Spätburgunder Alte Reben, Qualitätswein trocken, Weingut Kalkbödele</strong> (8,90 €)</p>
<p>Der Wein stammt aus Rebanlagen, die älter als 30 Jahre sind, und wird für ein Jahr im großen Holzfass ausgebaut. Frische und reife Frucht im Bukett, etwas rote Beeren und Kirsche, Röstnoten. Am Gaumen trocken, spürbare Säure, schlanker Körper, fester Gerbstoff, gute Länge, leicht wärmender Abgang.</p>
<p>Insgesamt für den Preis ein handwerklich sehr solide vinfizierter Wein. Jetzt gut trinkbar, hat aber durchaus noch Potential für etwas Flaschenreife.</p>
<p><strong>2008, Merdinger Bühl, Spätburgunder Barrique, Qualitätswein trocken, Weingut Kalkbödele</strong> (11,20 €)</p>
<p>Ertragsreduziert auf ca. 56 hl/ha und für 15 Monate im gebrauchten Barrique ausgebaut.   Etwas Erdbeere, mehr Kirsche und rote Johannisbeere. Frische Frucht, deutliche Röstnoten. Die Klarheit der Frucht wird aber von den Röstnoten nicht behindert. Am Gaumen trocken, spürbare und saftige Säure, guter Druck am Gaumen, frische Eleganz,  präsenter fester Gerbstoff, gute bis sehr gute Länge.</p>
<p><strong>2007, Merdinger Bühl, Spätburgunder „K“ Barrique, Qualitätswein trocken, Weingut Kalkbödele</strong> (18,50)</p>
<p>Das K im Namen bezieht sich auf den Weingutsnamen Kalkbödele, der sich wiederum aus dem hier vorherrschenden Bodentyp ableitet. Die Trauben für den K stammen aus einer einzelnen Parzelle innerhalb der Lage Merdinger Bühl, die im Weingut „Auf der Wart“ heißt, nach dem alten Flurnamen. Die Parzelle ist nach Westen ausgerichtet, was eine langsamere Reifeentwicklung der Trauben zur Folge hat. Das ist laut Herrn Schärli aber durchaus kein Nachteil, sondern führt zu einer komplexeren Aromatik im Wein. Der K wird im neuen Barrique ausgebaut. Seine wirkliche Trinkreife, so der Kellermeister, erreicht dieser Wein erst in drei bis vier Jahren.</p>
<p>Deutliches, komplexes Bukett. Viel Frucht, deutliche Röstnoten. Kirsche, Cassis, Erdbeer und Würziges. Große Kraft, Komplexität und Fülle. Spürbare Säure, trocken, viel feiner Gerbstoff. Sehr gute Länge. Viel Potential.</p>
<p><strong>Fazit:</strong></p>
<p>Insgesamt haben mich alle vorgestellten Weine erfreut. Allen ist das Bemühen um Qualität und Langlebigkeit anzumerken. Dieser Qualitätsanspruch zeigt sich auch im Verzicht auf eine Restsüße, hinter der andere gerne Nachlässigkeiten verstecken. Für Weinfreunde, die partout keine Röstnoten vom Holzfassausbau leiden können, sind die Weine kaum geeignet. Für jene hingegen, die Freude daran haben, Weine im eigenen Keller nachreifen zu lassen, dürften die Weine eine Offenbarung werden, auf die zu warten lohnt.</p>
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		<title>Auf der Suche nach dem Samtrot: Ein Rebsorten-Spaziergang auf den Baden-Württemberg-Classics 2011 in München</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Nov 2011 21:36:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heute habe ich mir die Rebsorte Samtrot vorgenommen, die ich nur dem Namen nach und als württembergische Weinspezialität kenne.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://blog.13grad.com/wp-content/uploads/bwclassics.jpeg" alt="" title="Baden-Württemberg Classics München 2011" width="460" class="alignnone size-full wp-image-525" /></p>
<p>Oft genug fühle ich mich von der Fülle an Angeboten erschlagen, die mir Verbrauchermessen wie die diesjährige <a href="http://www.bwclassics.de/" target="_blank">Baden-Württemberg-Classics</a> 2011 in München machen. Gerne suche ich mir deshalb ein überschaubares Thema und ertrage die Vielgestaltigkeit der Welt schon gleich viel besser. Heute habe ich mir die Rebsorte Samtrot vorgenommen, die ich nur dem Namen nach und als württembergische Weinspezialität kenne.<br />
<span id="more-515"></span></p>
<p>Dem Degustationskatalog der Messe, der übrigens für Verkostnotizen einen symbolischen Platz von einen Quadratzentimeter pro Wein zur Verfügung stellt, ist ein kleiner Rebsortenspiegel vorangestellt. Unter der Überschrift Samtrot &amp; Clevner findet sich folgender Eintrag:</p>
<p>„Eine frühreife selten gepflegte Spielart aus der Burgunderfamilie ist der Clevner, er bringt alljährlich in der Farbe schön gedeckte feine Weine mit einem zarten Bukett und vornehmer Fülle hervor. Als Mutation des Schwarzrieslings macht der Samtrot seinem Namen durch eine warme rote Farbe und samtige Fülle alle Ehre. Beide Weine eignen sich ideal für festliche Anlässe.“</p>
<p>Nun, Weinbeschreibungen sind schwierig, aber diese scheint noch weniger aussagekräftig als die meisten und sie verwirrt mich. Sind Clevner und Samtrot verschiedene Rebsorten oder nur Synonyme für ein und dieselbe? Auf <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzriesling#Samtrot" target="_blank">Wikipedia</a> findet sich dann diese Definition:</p>
<p>„Eine unbehaarte Mutation des Schwarzrieslings ist die Rebsorte Samtrot. Sie wurde 1928 von Hermann Schneider in seinem Heilbronner Weinberg entdeckt und 1929 von der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg zur Vermehrung übernommen. Samtrot, so benannt 1950, wird ausschließlich in Württemberg angebaut, und hier hauptsächlich im Heilbronner Raum auf insgesamt 321 Hektar (Stand 2003). Die schwach tragende Sorte ist qualitativ dem Schwarzriesling überlegen. Sortenrechtlich ist Samtrot als ein Klon des Blauen Spätburgunders eingestuft, bezeichnungsrechtlich ist Samtrot ein Synonym des Blauen Spätburgunders im Anbaugebiet Württemberg, ebenso wie die Bezeichnung Clevner.“</p>
<p>Jetzt noch zu recherchieren, was der Unterschied zwischen sortenrechtlich und bezeichnungsrechtlich ist, sprengt den Rahmen dieser Vorrede. Hinein ins Getümmel! Es muss probiert werden.</p>
<p>Von 35 württembergischen Ausstellern haben 20 einen Samtrot mitgebracht, davon sind nur zwei als trocken im Katalog bezeichnet. Das wundert mich natürlich und so frage ich munter die freundlichen Ausschenker, warum dem so ist. Ich bekomme verschiedenste Antworten, die ich hier sinngemäß aneinanderreihe: „Samtrot wird eher süß ausgebaut, weil die Kunden es wünschen, weil die Fruchtfülle es hergibt, weil die Frucht ohne Süße eher fad ist, weil er trocken schnell muffig schmeckt, weil er eher ein Vierteleswein ist, weil er ein Dämmerschoppen ist, weil das immer schon so war.“</p>
<p>Unterm Strich bekomme ich also das Gefühl, dass der Samtrot selbst von den hier anwesenden Produzenten nicht recht geschätzt wird, aber ich hatte immer schon ein Herz für Verlierer. Deshalb lasse ich mich nicht beirren und fange an zu probieren.</p>
<p><strong>2009, Samtrot Spätlese, <a href="http://www.grantschen.de/" target="_blank">Grantschen Weine eG</a></strong>: Wenig komplex, etwas Erdbeerfrucht, keine Säure, sehr süß. Kaum befriedigend.</p>
<p><strong>2008, Samtrot QbA tr., ****, <a href="http://www.weinkellerei-koelle.de/" target="_blank">Weinkellerei Kölle</a></strong>: Eines der seltenen trockenen Exemplare. Ins Ziegelfarbene spielendes Granatrot. Kaum Säure, etwas Erdbeere, deutsch trocken, leichte Röstaromen. Befriedigend.</p>
<p><strong>2010, Rosswager Halde, Samtrot, QbA., <a href="http://www.wein-rosswag.de/" target="_blank">Genossenschaftskellerei Rosswag-Mühlhausen</a></strong>: Ein etwas frischeres Bukett, am Gaumen süß, feinster Gerbstoff, wärmender Abgang. Befriedigend.</p>
<p><strong>2009, Horrheimer Klosterberg, Samtrot Spätlese, Minnesänger-Serie, <a href="http://www.horrheimer-weingaertner.de/" target="_blank">Weingärtner Horrheim-Gündelbach eG</a></strong>: Etwas Erdbeere und im Hintergrund Würziges, sehr süß, kein Säureeindruck. Kaum befriedigend.</p>
<p><strong>2009, Samtrot Spätlese, AURUM, <a href="http://www.bottwartalerwinzer.de/" target="_blank">Bottwartaler Winzer eG</a></strong>: Etwas Erdbeerfrucht, kaum Säure, feinster Gerbstoff, sehr süß. Befriedigend.</p>
<p><strong>2009, Samtrot Auslese tr., <a href="http://www.wangler-abstatt.de/startseite.htm" target="_blank">Weinkellerei Wangler</a></strong>: Immerhin einmal ein dezent komplex anmutendes Bukett, am Gaumen jedoch abfallend. Bitternoten und wärmender Abgang. Kaum befriedigend.</p>
<p><strong>2009, Rozenberg, Samtrot, Qualitätswein feinherb, PREMIUM, <a href="http://www.mundelsheimerwein.de/" target="_blank">Weingärtnergenossenschaft Mundelsheim</a></strong>: Handgelesen und ertragsreduziert. Halbwegs komplexes Bukett, ansatzweise etwas Fülle am Gaumen, aber wärmender Abgang. Kaum befriedigend.</p>
<p><strong>2009, Esslinger Schenkenberg, Samtrot Spätlese, <a href="http://www.esslinger-wein.de/" target="_blank">Weingärtner Esslingen</a></strong>: Bräunliches Granatrot. In der Nase leicht Krautiges, etwas Erdbeere. Im Abgang Bitteres und Brennendes. Kaum befriedigend.</p>
<p>Diese Weine haben mich eher enttäuscht. Es folgen vier Exemplare, die ich nochmal probieren würde. Vom Hocker gehauen hat mich aber keiner.</p>
<p><strong>2010, Samtrot **** QbA. fruchtig, Weinkellerei Kölle</strong>. Besser als der trocken ausgebaute Samtrot dieses Hauses (s.o.) hat mir diese restsüße Variante gefallen. Maischevergoren und kurzer Holzfassausbau. Zur üblichen Erdbeerfrucht kommt zumindest in der Nase noch etwas säuerliche Frucht hinzu (Rhabarber), feiner Gerbstoff. Befriedigend.</p>
<p><strong>2010, Samtrot, C, <a href="http://www.fellbacher-weine.de/" target="_blank">Fellbacher Weingärtner eG</a></strong>: Eigentlich der einzige Samtrot in dieser Reihe, bei dem die Säure am Gaumen eine Rolle spielt und die Süße konterkariert. Auch etwas Gerbstoff ist immerhin ansatzweise präsent. Gut.</p>
<p><strong>2010, Samtrot, <a href="http://www.weingut-stutz.de/" target="_blank">Ökoweingut Stutz</a></strong>: Etwas Erdbeere und Rhabarber, rund-harmonischer Charakter. Befriedigend bis gut.</p>
<p><strong>2008, Heilbronner Stiftsberg, Samtrot Spätlese, <a href="http://www.albrecht-kiessling.de/indexFlash.html" target="_blank">Weingut Albrecht-Kiessling</a></strong>. Granatrot, reifes Bukett. Süß und wenig Säure, aber in sich stimmig. Befriedigend bis gut.</p>
<p><strong>Das Fazit:</strong></p>
<p>Auf die Frage nach dem Charakter und der Typizität des Samtrot erhielt ich von den Repräsentanten der Weingüter wenig zwingende Antworten. Von „Der läuft halt so mit“ bis „Kirsche im Bukett“ und dem schon erwähnten „Dämmerschoppen“ war alles dabei.</p>
<p>Am Ende des Spazierganges setzt sich der Wanderer also nieder und versucht ein eigenes Weinprofil zu entwerfen. Von der samtenen Fülle, die Name und Weinwerbetext (s.o.) verheißen, habe ich wenig gefunden. Im besten Falle ist der Samtrot ein leichter Rotwein von transparentem, hellen Rubin-oder Granatrot. Das Bukett ist zurückhaltend und kaum komplex. Die Aromatik bewegt sich eher bei hellen, süßen, roten Beeren mit im besten Fall etwas frischer säuerlicher Frucht und feinster Würze im Hintergrund. Am Gaumen schlank, bei stets milder Säure und kaum spürbarem Gerbstoff. Damit gehört er in die Reihe deutscher Rotweine, die viele Speisen gut begleiten, denen es andererseits aber ein wenig an eigenem Charakter mangelt.</p>
<p>Süße im Wein finde ich nicht per se unpassend, sie braucht aber Säure als Gegenspieler, sonst fehlt ein wenig die Abwechslung am Gaumen. Dies umso mehr, als Komplexität und Tiefe des Buketts in dieser „Gewichtsklasse“ von Weinen und vielleicht auch bei dieser Rebsorte anscheinend nicht allzu ausgeprägt sind. Der einzige Samtrot, der meinen Gaumen mit seinem Süße-Säurespiel ein wenig kitzelte, war der Samtrot der Fellbacher Weingärtner. Die meisten anderen hinterließen keinen bleibenden Eindruck. Liegt es an der Rebsorte oder den Weinmachern? Ich weiß es nicht. Dann erhebt sich der Wanderer. Der Spaziergang ist zu Ende, die Reise nicht. Mein Herz schlägt weiter für Verlierer.</p>
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