Archives for posts with tag: Achkarren

Spätburgunder im badischen Weinhaus Resch (Teil 2):

Winzergenossenschaft Achkarren, Kaiserstuhl. Die Lagen heißen Schloßberg und Castellberg. Ich probierte den 2008, Achkarrer Schloßberg, Spätburgunder Rotwein QbA trocken: Dezente Fruchtnoten heller Beeren, wie Erdbeeren; leichter Körper; milde, angenehme Säurestruktur; leichte Bitternoten; mittlere Länge. Insgesamt hatte er für meinen Geschmack zu wenig Fleisch, dafür preiswert (€ 5,95).

Danach kostete ich den 2008, Schloßberg, Spätburgunder Rotwein QbA trocken, bestes Fass (€ 7,95). Etwas deutlichere Frucht, Hellbeeriges. Etwas saftiger und frischer als der Wein zuvor, aber auch wärmender und alkoholischer im Abgang; mittlerer Körper; mittlere Länge. Auf Anfrage erklärte mir die Dame hinter dem Stand, dass für diesen Wein nur Rebanlagen verwendet werden, die älter als 20 Jahre sind. Außerdem seien die Erträge reduziert. Von etwa 100 hl pro ha bei den Basisqualitäten auf hier 75 hl pro ha. Beide Rotweine seien im großen Holzfass ausgebaut und maischevergoren.

Insgesamt machten mir die beiden Weine einen eher nichtssagenden und durchschnittlichen Eindruck. Die Genossenschaft ist erwähnt in Eichelmann 2010, WeinPlus, Gault Millau 2009, Weingourmet: die 800 besten Weingüter Deutschlands 2009 und im Großen Johnson (Ausgabe 2004).

Becksteiner Winzer, Tauberfranken. 2007, Becksteiner Kirchberg, Spätburgunder Kabinett trocken (€ 6,50): In der Nase Fruchtsüße, gekochte Noten und eine Aromatik, die ich nicht als besonders typisch für Spätburgunder erkennen konnte, eher Dunkelbeeriges. Angenehm spürbarer Gerbstoff, recht säuremild, am Gaumen seltsam leer. Kurze bis mittlere Länge. Im Stahltank ausgebaut. Erträge um die 60 hl pro ha. Ein Blick auf den Restzuckergehalt – 6,3g/l bei einer Säure von 4,4g/l – klärte die geschmackliche Milde zügig auf.

Dann servierten die freundlichen Damen am Stand eine 2007, Gerlachsheimer Herrenberg, Spätburgunder Spätlese trocken, im Barrique gereift (€12,50). Hier seien die Erträge reduziert auf ca. 50 hl pro ha. In der Nase deutliche Röstaromen vom kleinen Fass, prägnante Erdbeernoten. Mittlerer Körper und ein etwas längerer als nur mittlerer Nachhall.

Der Herrenberg gefiel mir eigentlich ganz gut, aber für den Preis darf es dann natürlich auch kein ganz dünnes Weinchen mehr sein. Die Genossenschaft ist erwähnt bei WeinPlus, Gault Millau 2009 und Weingourmet: die 800 besten Weingüter Deutschlands 2009.

Spätburgunder im badischen Weinhaus Resch (Teil 1):

Zweimal im Jahr hat der geneigte Münchner Weinfreund die Möglichkeit das große Spektrum badischen Genossenschaftsweins kennenzulernen. Jeweils im Frühjahr und im Herbst veranstaltet das Badische Weinhaus Resch eine große Verkostung, bei der Repräsentanten der WGs anwesend sind. Also begab ich mich am vergangenen Sonntag, den 25.4.2010 in ein Dorf namens Deutenhausen bei Eching bei München.

Wählt man als Anfahrtsmedium die S-Bahn holt einen nach telefonischem Avis ein gegerbter Fahrer an der S-Bahn ab und bringt einen zügig vor Ort.  Ein altes Bauernhofgebäude, um ein Lager erweitert und für das Verkostungswochenende mit Partyzelt nochmals vergrößert, beherbergt eine Unternehmung, die sich Badischer Wein eKfr Monika Resch nennt. Dort kann der Weinfreund nun die Weine von 22 Winzergenossenschaften probieren.

In Vorbereitung auf einen harten Verkostungsmarathon, bedrängt von kleinen, dicken alten Männern (“Sogn Sie amoi, ham Sie a Sägspän in Eahna Wein?”) und dem Parfüm ihrer Ehefrauen, das so stark duftet, dass einem die Nasenscheidewand vibriert, versuche ich mich zu beschränken.

Ich wähle von den 22 WGs neun aus, nämlich Achkarren, Affental, Auggener Schäf, Beckstein, Durbach, Hex vom Dasenstein, Kiechlinsbergen, Königschaffhausen und Pfaffenweiler. Das ist keine spontane Auswahl, sondern ich fröne heute meiner Weinführerhörigkeit. Bis auf Kiechlinsbergen sind alle diese WGs in dem mir zur Verfügung stehenden Weinführerpool mindestens drei Mal erwähnt bzw. bewertet. In diesem Pool befinden sich Eichelmann 2010, Wein-Plus, Weingourmet: Die 800 besten Weingüter in Deutschland 2009, Onlineausgabe Gault Millau (2009) und Großer Johnson (2004). Kiechlinsbergen verkoste ich mit, weil mir letztes Jahr ihr Spätburgunder QbA so gut geschmeckt hat. Die Verkostungsnotizen, die sich auf Spätburgunder Rotwein beschränken, folgen in den nächsten Beiträgen.