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Spätburgunder im badischen Weinhaus Resch (Teil 4):

Der Winzerkeller Auggener Schäf (Markgräfler Land), benannt nach einer der gleichnamigen Lage ist eher bekannt für seine Weißweine, besonders seinen Gutedel. Doch auch mit Rot- und Süßweinen lassen sie laut Eichelmann 2010 immer wieder aufhorchen. Ich kostete zunächst einen 2008 Auggener Schäf Spätburgunder QbA trocken (€5,60) Künstleretikett. Das erfrischende Bukett wartete mit einem Korb roter Johannisbeeren auf. Im Mund zeigte sich ein feiner, aber spürbarer Gerbstoff und ein eher milder Geschmack, der nach der erfrischenden Nase ein wenig enttäuschte (RZ bei 6,2g/l). Der Nachhall war mittel, der Alkohol stand etwas auf. Die Erträge liegen laut Auskunft des sehr freundlichen, jungen Mannes am Stand für diese Qualität bei etwa 100hl pro ha. Reduzierte Erträge bei etwa 70 hl pro ha hingegen beim zweiten Rotwein, einem 2008 Auggener Schäf Spätburgunder QbA trocken alte Reben (€ 8,20). Wie alle Rotweine im großen Holzfass ausgebaut. Das Mindestalter der Reben liegt bei 15 Jahren. Für die Etikettierung „Alte Reben“ gibt es keine gesetzliche Vorschrift,  aber 15 Jahre dürfte gemeinhin als zu jung für dieses Etikett gelten. Ich durfte kühle Johannisbeerfruchtnoten riechen, dann schmeckte ich wieder einen feinen, aber deutlichen Gerbstoff, dezente Vanillenoten, aber auch leichte Bitternoten. Die Länge gerade mal mittel.

Insgesamt lösten beide Weine die Versprechungen, die sie meiner Nase gemacht hatten, nicht ein. Schade. Die Genossen werden erwähnt in Eichelmann 2010, WeinPlus und in Weingourmet: die 800 besten Weingüter in Deutschland 2009.

Das Pfaffenweiler Weinhaus (Markgräfler Land) ist keine Genossenschaft mehr, sondern eine GmbH. Das Stimmgewicht innerhalb einer Genossenschaft ist personenbezogen und nicht anteilsbezogen. Kleiner Bauer hat also (theoretisch) so viel zu sagen wie großer Bauer. Bei der GmbH funktioniert das anders. Ich wurde von Herrn Schweigler bedient, einem eher zurückhaltenden Herrn im Anzug mit Firmenpin im Revers. Er wurde noch zurückhaltender, als ich ihn nach einem Weinfehler fragte, der mir immer wieder mal begegnet. Nämlich nach feiner Kohlensäure im Rotwein. Er fühlte sich von mir offenbar angegangen, zumindest reagierte er merkwürdig, ohne mir wirklich kompetent Auskunft zu geben. Ich kostete einen 2007 Spätburgunder Rotwein QbA trocken ein Stern. Sehr zurückhaltend in der Frucht, feiner Gerbstoff, leichte Bitternoten, ordentliche Länge. Dann einen 2007 Spätburgunder Rotwein QbA trocken ein Stern im Holzfass gereift. Kaum Frucht, der Alkohol auf der Zunge brennend.

Insgesamt wirkten weder die Weine noch Herr Schweiger überzeugend. Die GmbH wird erwähnt in Eichelmann 2010, WeinPlus, Gault Millau 2009 und Weingourmet: die 800 besten Weingüter in Deutschland 2009.

Spätburgunder im badischen Weinhaus Resch (Teil 1):

Zweimal im Jahr hat der geneigte Münchner Weinfreund die Möglichkeit das große Spektrum badischen Genossenschaftsweins kennenzulernen. Jeweils im Frühjahr und im Herbst veranstaltet das Badische Weinhaus Resch eine große Verkostung, bei der Repräsentanten der WGs anwesend sind. Also begab ich mich am vergangenen Sonntag, den 25.4.2010 in ein Dorf namens Deutenhausen bei Eching bei München.

Wählt man als Anfahrtsmedium die S-Bahn holt einen nach telefonischem Avis ein gegerbter Fahrer an der S-Bahn ab und bringt einen zügig vor Ort.  Ein altes Bauernhofgebäude, um ein Lager erweitert und für das Verkostungswochenende mit Partyzelt nochmals vergrößert, beherbergt eine Unternehmung, die sich Badischer Wein eKfr Monika Resch nennt. Dort kann der Weinfreund nun die Weine von 22 Winzergenossenschaften probieren.

In Vorbereitung auf einen harten Verkostungsmarathon, bedrängt von kleinen, dicken alten Männern (“Sogn Sie amoi, ham Sie a Sägspän in Eahna Wein?”) und dem Parfüm ihrer Ehefrauen, das so stark duftet, dass einem die Nasenscheidewand vibriert, versuche ich mich zu beschränken.

Ich wähle von den 22 WGs neun aus, nämlich Achkarren, Affental, Auggener Schäf, Beckstein, Durbach, Hex vom Dasenstein, Kiechlinsbergen, Königschaffhausen und Pfaffenweiler. Das ist keine spontane Auswahl, sondern ich fröne heute meiner Weinführerhörigkeit. Bis auf Kiechlinsbergen sind alle diese WGs in dem mir zur Verfügung stehenden Weinführerpool mindestens drei Mal erwähnt bzw. bewertet. In diesem Pool befinden sich Eichelmann 2010, Wein-Plus, Weingourmet: Die 800 besten Weingüter in Deutschland 2009, Onlineausgabe Gault Millau (2009) und Großer Johnson (2004). Kiechlinsbergen verkoste ich mit, weil mir letztes Jahr ihr Spätburgunder QbA so gut geschmeckt hat. Die Verkostungsnotizen, die sich auf Spätburgunder Rotwein beschränken, folgen in den nächsten Beiträgen.