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In welcher Form ist der deutsche Spätburgunder, lautet die Frage des dreizehn°-Teams, als Ende Oktober diesen Jahres auf der Praterinsel in München die Publikumsmesse WeinHerbst 2011 stattfindet. Untenstehend die Liste der Weingüter, deren Spätburgunderrotweine ich verkostete. Jedes Weingut und seine Weine werden nach und nach in einem eigenen Eintrag vorgestellt:

Weingut Kalkbödele Gebr. Mathis (Baden), Weingut Friedhelm Rinklin (Baden), Weingut Düringer Trottenhof (Baden), Weingut Kühling(Rheinhessen), Weingut Mehl (Rheingau).

Lieber originell als 0815: Friedhelm Rinklin und sein Spätburgunder

Friedhelm Rinklins Weingut ist sozusagen ein Urgestein in der badischen Bioweinszene. Bereits 1955 stellte sein Vater den Betrieb auf Demeter-Richtlinien um, inzwischen gehört man zum Bioland-Verband. Auf die Qualitätsweinprüfung wird weitgehend verzichtet, weil Rinklin wie viele andere Biowinzer dem vorgeschriebenen Standardgeschmack entkommen will. Stattdessen werden die Weine als Tafelweine deklariert.
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Spätburgunder im badischen Weinhaus Resch (Teil 2):

Winzergenossenschaft Achkarren, Kaiserstuhl. Die Lagen heißen Schloßberg und Castellberg. Ich probierte den 2008, Achkarrer Schloßberg, Spätburgunder Rotwein QbA trocken: Dezente Fruchtnoten heller Beeren, wie Erdbeeren; leichter Körper; milde, angenehme Säurestruktur; leichte Bitternoten; mittlere Länge. Insgesamt hatte er für meinen Geschmack zu wenig Fleisch, dafür preiswert (€ 5,95).

Danach kostete ich den 2008, Schloßberg, Spätburgunder Rotwein QbA trocken, bestes Fass (€ 7,95). Etwas deutlichere Frucht, Hellbeeriges. Etwas saftiger und frischer als der Wein zuvor, aber auch wärmender und alkoholischer im Abgang; mittlerer Körper; mittlere Länge. Auf Anfrage erklärte mir die Dame hinter dem Stand, dass für diesen Wein nur Rebanlagen verwendet werden, die älter als 20 Jahre sind. Außerdem seien die Erträge reduziert. Von etwa 100 hl pro ha bei den Basisqualitäten auf hier 75 hl pro ha. Beide Rotweine seien im großen Holzfass ausgebaut und maischevergoren.

Insgesamt machten mir die beiden Weine einen eher nichtssagenden und durchschnittlichen Eindruck. Die Genossenschaft ist erwähnt in Eichelmann 2010, WeinPlus, Gault Millau 2009, Weingourmet: die 800 besten Weingüter Deutschlands 2009 und im Großen Johnson (Ausgabe 2004).

Becksteiner Winzer, Tauberfranken. 2007, Becksteiner Kirchberg, Spätburgunder Kabinett trocken (€ 6,50): In der Nase Fruchtsüße, gekochte Noten und eine Aromatik, die ich nicht als besonders typisch für Spätburgunder erkennen konnte, eher Dunkelbeeriges. Angenehm spürbarer Gerbstoff, recht säuremild, am Gaumen seltsam leer. Kurze bis mittlere Länge. Im Stahltank ausgebaut. Erträge um die 60 hl pro ha. Ein Blick auf den Restzuckergehalt – 6,3g/l bei einer Säure von 4,4g/l – klärte die geschmackliche Milde zügig auf.

Dann servierten die freundlichen Damen am Stand eine 2007, Gerlachsheimer Herrenberg, Spätburgunder Spätlese trocken, im Barrique gereift (€12,50). Hier seien die Erträge reduziert auf ca. 50 hl pro ha. In der Nase deutliche Röstaromen vom kleinen Fass, prägnante Erdbeernoten. Mittlerer Körper und ein etwas längerer als nur mittlerer Nachhall.

Der Herrenberg gefiel mir eigentlich ganz gut, aber für den Preis darf es dann natürlich auch kein ganz dünnes Weinchen mehr sein. Die Genossenschaft ist erwähnt bei WeinPlus, Gault Millau 2009 und Weingourmet: die 800 besten Weingüter Deutschlands 2009.